Die Online-Angebote der Bibliothek Schwarzenburg

01.03.2013 | Von Raphael Bruggisser | Aus den Bibliotheken | Öffentlichkeitsarbeit | Dienstleistungen | Internetrecherchen | Kundenkommunikation | Social Media | Web 2.0

Die Bibliothek Schwarzenburg hat seit diesem Sommer eine neue Webseite und bietet als eine der ersten Bibliotheken im Kanton Bern Zugang zu den Social-Media-Portalen „LibraryThing“ und "Delicious". Diese beiden Angebote beziehen sich klar auf den Arbeitsbereich der Bibliothek und laden zum Erkunden und Mitmachen ein. Sie erleichtern den Kontakt zur Bibliothek, aber auch den Kontakt untereinander.

Von Raphael Bruggisser
Raphael Bruggisser arbeitet seit dem 1. Januar 2012 in der Bibliothek Schwarzenburg. Er hat seine SAB-Zertifikatsarbeit zum Thema "Web 2.0 für die Bibliothek Schwarzenburg“ geschrieben
Auf der neu gestalteten Internetseite www.bibliothekschwarzenburg.ch findet man, leicht zugänglich, alle Informationen zur Bibliothek Schwarzenburg. Neben den Informationen zu Öffnungszeiten, Lageplan und Kontaktdaten, gibt die Seite auch Auskunft über die Benutzung der Bibliothek.
 

Über die neue Internetseite findet man auch zu den neuen Angeboten der Bibliothek im Bereich der Social Media. Der Begriff bezeichnet soziale Netzwerke im Internet, wie zum Beispiel „Facebook“, also Portale über welche sich Nutzer mit anderen austauschen können.
 
LibraryThing: das Ding mit der Bibliothek
Die Bibliothek Schwarzenburg engagiert sich mit einem speziellen Angebot, dem „LibraryThing“. Dies ist ein Portal speziell für Bücherliebhaber und Leseratten jeden Alters. Die Bibliothek unterhält ein eigenes Profil    auf diesem Netzwerk, mit allen Neuerscheinungen aus der Bibliothek (rund 4000 Bücher), das über einen Link unterhalb des Katalogs auf der Homepage zu erreichen ist (http://www.lib-rarything.de/profile/schwarzenburg).
 

Wer gerne liest, Bücher ausleiht oder selber ein übervolles Bücherregal besitzt, kann auf „LibraryThing“ ganz einfach sein eigener Bibliothekar werden. Wie das geht? Ganz einfach: Ähnlich wie der grosse Bruder „Facebook“ ist „LibraryThing“ ein soziales Netzwerk, speziell für Buchliebhaber. In seinem persönlichen Profil kann jede und jeder seine eigenen Bücher oder die gelesenen Bücher aus der Bibliothek in einer virtuellen Bibliothek erfassen und katalogisieren. Zu jedem Buch können Kritiken verfasst werden, über ein System mit fünf Sternen können Bücher bewertet werden und, um die Übersicht zu behalten, kann man bei jedem Buch auch eigene Schlagworte hinzufügen.
 
Das Erstellen eines eigenen Profils ist kinderleicht. Es werden keine persönlichen Daten abgefragt, eine funktionierende E-Mail Adresse reicht. Ein Profil kann sogar komplett unter einem Pseudonym verwendet werden.
 
Das Hinzufügen der Bücher gestaltet sich ebenfalls einfach: Das Programm sucht sich, entweder nach der Eingabe von Autor und Titel oder direkt mit Hilfe der in jedem Buch angegeben ISBN-Buchnummer, die zum Buch vorhandenen Informationen automatisch. Danach wird das Verwalten der eigenen Bibliothek zum Vergnügen. Neben dem Erstellen eigener Rezensionen ist natürlich vor allem interessant, was andere Nutzer zum selben Buch gemeint haben.

Der Austausch mit anderen Leseratten ist direkt und unkompliziert. „LibraryThing“ erstellt eine Liste mit anderen Nutzerinnen und Nutzern, welche dieselben oder ähnliche Bücher in ihrer Bibliothek haben oder sich regional in der Nähe befinden. Zu praktisch allen literarischen Genres gibt es bereits eigene Gruppen, in denen man sich leicht austauschen kann. Ob Romantik-Liebhaber oder Krimi-Fan, je nach Vorlieben kann man sich nach Herzenslust über die neuesten Schmöker austauschen. Gerade für die Suche nach dem nächsten Lieblingsbuch bietet „LibraryThing“ einen sehr persönlichen Zugang.
 
 
„Delicious“: Leckeres im Internet
Der zweite neue Link auf der Bibliotheksseite führt zu „Delicious“, einer Plattform für Linksammlungen. Das Bibliotheksprofil http://www.Delicious.com/bibschwarzenburg enthält mittlerweile über 400 Links zu verschiedensten Bibliotheks-Themen, seien es Links zu Büchern und Verlagen, Buchklubs und Lese-Portale, wie zum Beispiel der bekannten krimicouch.de, oder Links speziell für Schüler und Lernende. Über den Tag-Katalog in der rechten Spalte der Internetseite können Links zu spezifischen Themen selektioniert werden.
 

Es gibt Links speziell für Eltern, sowohl mit Inhalten zur Erziehung als auch zur Unterhaltung. Viele Portale für Kinder und Jugendliche sind beschrieben und miteinander verknüpft. Dazu gehören Websites mit Lerninhalten, aber auch Seiten mit Spielen oder Informationen. Sämtliche Links wurden auf ihren Wert hin geprüft. Auch für Lehrpersonen bietet das Profil der Bibliothek auf „Delicious“ viele Anknüpfungspunkte. Sowohl zu allgemeinen Themen wie Pädagogik oder Weiterbildung, als auch zu Themen, Inhalten und Materialien für den Unterricht finden sich interessante Links – die natürlich auch für Eltern nützlich sein können.
 
Wer ein eigenes Profil auf „Delicious“ erstellt hat, kann auch dem sogenannten „feed“ der Bibliothek folgen. So werden die neusten Links und Verknüpfungen, direkt und aktuell auf dem eigenen Profil sichtbar. Das Profil der Bibliothek ist beispielsweise mit demjenigen der Pädagogischen Hochschule zusammengehängt.

Daneben bietet das Profil auch Zugang zu den wichtigsten Recherche-Portalen der Schweiz. Sind sie auf der Suche nach einem Buch oder Wissen und Informationen? Über viele Internetseiten und Suchmaschinen von Bibliotheken und Universitäten lassen sich alle Institute und Bibliotheken der Region Bern und der gesamten Schweiz durchforsten. (Der virtuelle Schweizer Bibliothekskatalog ist nur eine von zahlreichen Möglichkeiten, um mit wenig Aufwand schweizweit oder lokal  Bestände zu recherchieren.)

Zwischenbilanz
Ein halbes Jahr nach der Einführung der Social Media Angebote in der Bibliothek Schwarzenburg, lässt sich ein erstes Fazit ziehen:
 
Die Rückmeldungen zum Online-Angebot der Bibliothek waren durchwegs positiv. Gerade die neue Hompage ist bei den Kunden und Kundinnen auf reges Interesse gestossen. Da die Webseite die erste Anlaufstelle ist und auch zu den anderen Angeboten führt, stand sie natürlich im Mittelpunkt des Interesses.
 
Bei den Social Media Plattformen zeigt sich ein geteiltes Bild. Die statische Seite von "Delicious" wurde erfreulich oft besucht und auch im Alltag der Bibliothek genutzt. Die Kunden schätzen die zusammengestellten Informationen und die Übersicht, welche die Internetseite bietet. Speziell im Vordergrund standen bis jetzt die Links zu Seiten für Familien und Kinder.
 
Das LibaryThing-Profil hingegen hinkt noch hinterher. Obwohl die Kundinnen und Kunden auch über konventionelle Werbung auf das Angebot aufmerksam gemacht wurden, ist die Zahl der aktiven Benutzerinnen und Benutzer sehr gering. Hier zeigt sich, dass für die Nutzerinnen und Nutzer die Schwelle für die Einrichtung eines eigenen Profils doch sehr hoch ist, gerade wenn sie mit den Möglichkeiten und Formen der Social Media nicht so vertraut sind. Und obwohl der Zugang direkt mit einem Facebook-Konto verbunden werden kann, der Einstieg also vereinfacht wurde, scheint LibraryThing etwas unnahbar.
 
Der Aufwand für die Bibliothek, die Profile zu bewirtschaften, war, insbesondere im Vergleich zur Internetseite, nicht gross. Um die Hürden zu überwinden, die sich nach dem ersten halben Jahr gezeigt haben, planen wir, die Kundinnen und Kunden vermehrt direkt anzusprechen. Gerade in der Zusammenarbeit mit der Schule liegt noch viel Potential, um bei jungen Leserinnen und Lesern das Interesse zu wecken und sie zu motivieren, selbst aktiv zu werden.
 
Erstaunlich ist, dass die Social-Media-Angebote zwar nicht vollumfänglich genutzt werden, dass das Engagement der Bibliothek in diesem Bereich aber trotzdem enorm positiv bewertet wurde. Die Aussenwirkung der Bibliothek wurde gestärkt und das Bild einer modernen, vielseitigen Institution gefestigt. Es braucht jedoch noch mehr Zeit, um alle Neuerungen zu etablieren.


Einfach ins Netz – Probieren Sie’s aus!
Unter den öffentlichen Bibliotheken ist Schwarzenburg eine Vorreiterin auf dem Gebiet, soziale Medien für den Bibliotheksalltag nutzbar zu machen. Und natürlich freuen sich die BibliothekarInnen über eine rege Teilnahme.

Die neuen Angebote der Bibliothek laden zu einem selbständigen Erkunden ein. Sie bieten einen vereinfachten Zugang ins Internet, selbst für Nutzer, die mit dem neuen Medium nicht so vertraut sind. Sei es zur eigenen Unterhaltung oder bei der Suche nach Informationen, ein Einstieg über die Bibliothek ist erfolgversprechend. Und Mitmachen lohnt sich umso mehr.
 
Raphael Bruggisser

 
Nachgefragt
 
Welchen Nutzen bieten die Online-Angebote „LibraryThing“ und „Delicious“ den Nutzerinnen und Nutzern? Und in welchem Verhältnis stehen für die Bibliothek Aufwand und Ertrag?

Lesen Sie auch das Interview mit Raphael Bruggisser.

Links:
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