Keine Anzeichen von Lesemüdigkeit

25.11.2016 | Benutzung | Aus den Bibliotheken | Dritter Ort

Auch im 20. Jahr ihres Bestehens verzeichnete die Gemeinde und Schulbibliothek Schwarzenburg steigende Ausleihzahlen.

Seit 20 Jahren existiert die kombinierte Gemeinde- und Schulbibliothek in Schwarzenburg – für uns alle eine Selbstverständlichkeit!  Aber was war denn vor 1996?

Vor 1996 gab es in der Gemeinde Wahlern 10 Bibliotheken: 1 öffentliche Volksbibliothek im Nebengebäude des Gemeindehauses sowie 9 Schulbibliotheken. Man stelle sich vor: im Extremfall wurde ein Kinderbuch 10mal gekauft! Es herrschte Raumknappheit in der Volksbibliothek und bei den Schulhäusern im Dorf, vor allem im Oberstufenzentrum musste dringend Schulraum geschaffen werden. Die Volksbibliothek nutzte die Gunst der Stunde und konnte zusammen mit den Schulen ein überzeugendes Konzept zu einer «Kombinierten Schul- und Gemeindebibliothek» vorlegen. An der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember 1995 wurde dieser wegweisende Entscheid deutlich angenommen. Die Eröffnung der neuen Bibliothek fand nach den Herbstferien 1996 statt.
 
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Entwicklung  von 1996 bis heute
Die Zusammenführung von drei Bibliotheken (Volks-, Oberstufen- und Primarschulbibliothek Thunstrasse) in eine einzige, funktionierende Bibliothek war die grösste Herausforderung. Die Umstellung von den Ausleihkärtli auf eine professionelle Bibliothekssoftware, neue Medienarten (CDs, Computerspiele, Filme, Zeitschriften, Digitale Bibliothek), jährliche Lesungen – 1997 die erste mit Kurt Hutterli – erweiterte Öffnungszeiten, Zusammenarbeit mit den Schulen, Aufhebung aller Schulbibliotheken und regelmässige Bibliotheksbesuche der Klassen der Aussenschulen dank dem Schulbus – und endlich eine Entlöhnung für geleistete Arbeit der Mitarbeitenden. Die Ausleihzahlen steigen seit Jahren unaufhaltsam, auch im laufenden Jahr stiegen sie wieder um 5%. Weit und breit keine Anzeichen von Lesemüdigkeit oder Ähnlichem!
 
Was bringt die Zukunft?
Gelesen wird also immer – trotz Untergangsszenarien! Das Lesen wird eine von uns geforderte Grundkompetenz bleiben. Die Bibliothek wird sich aber weiter wandeln und entwickeln müssen. Bücher werden nicht mehr im Zentrum stehen, die Bibliothek als 3. Ort, Ort der Begegnung, «Home away from Home», wird Zukunft sein (neben dem Zuhause als 1. Ort und dem Arbeits- und Ausbildungsort als 2. Ort). Hier kann man sich begegnen, sich ohne Konsumationszwang aufhalten und austauschen, hier werden Medien- und Informationskompetenz vermittelt, die Leseförderung und die Leselust gefördert. Die Bibliothek muss Teil des dynamischen Umfeldes bleiben, muss bereit sein, sich zu verändern, offen sein für gesellschaftliche Veränderungen und Freude haben am Neuen. Wir stellen uns diesen Herausforderungen!
 
Festanlass
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher sowie Gäste und Kollegen aus der Bibliothekswelt erfreuten sich am vielfältigen Programm des Jubiläumsfests. Am offiziellen Festanlass würdigten Simon Grünert (Schulleiter OSZ) und Ruedi Flückiger (Gemeindepräsident) die Wichtigkeit der Bibliothek als Herz der Gemeinde Schwarzenburg.

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In der Pausenhalle konnten ausgemusterte Medien kostengünstig erworben werden. Eine eigene Bibliothekstasche mit dem Jubiläumslogo selber bedrucken – das hat Spass gemacht.

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In der Bibliothek wurde lustvoll gespielt (Minecraft) und gerätselt (Actionbound – eine Handy-Schnitzeljagd), Digitales Lesen ausprobiert, aufmerksam der Geschichte von der Stadtmaus und der Landmaus mit Musikbegleitung zugehört, das abschliessende Konzert mit Oli Kehrli genossen. Dieser denkwürdige Tag wird uns allen in bester Erinnerung bleiben!
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Melanie Flückiger-Hauri, Gemeinde- und Schulbibliothek Schwarzenburg
 
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