Lesen – hören – spielen in 9 Sprachen

09.11.2016 | Leseförderung | Bibliothek und Migration| Bibliothek und Schule

Das interaktive Leseförderprogramm AMIRA für anderssprachige Kinder eignet sich auch für individuelle Lesestunden in der Bibliothek.

AMIRA ist ein kostenloses Internetprojekt des deutschen Netzwerkes „Ein Netz für Kinder“, das entwickelt wurde, um Kindern, die Deutsch als zweite Sprache lernen, den Lesestart zu erleichtern. Die AMIRA-Texte sind sprachlich besonders einfach und anschaulich, sie können in der deutschen und in der Herkunftssprache gelesen und gehört werden und in vielen interaktiven Spielen vertieft werden. 

Auf der AMIRA-Website findet man  aktuell über 30 Geschichten, präsentiert als virtuelle Büchlein zum Umblättern. Jede der Geschichten wurde in die Migrantensprachen übersetzt, die in Deutschland am häufigsten vorkommen: Türkisch, Russisch, Italienisch, Arabisch, Polnisch, Farsi, Englisch. Demnächst kommt Spanisch dazu.
 
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Inzwischen sind auch Handy- und Downloadversionen der Geschichten verfügbar.  Jede Geschichte kann einzeln und in jeder gewünschten Sprache heruntergeladen und vor Ort auch offline genutzt werden. Von jeder Buchseite aus  kann man in die anderen Sprachen wechseln. Per Mausklick kann man zum Beispiel in die türkische Sprache wechseln, wenn etwas deutsch nicht gut verständlich ist. Auf dem Handy kann man die Sprachen sogar mischen und z.B. den arabischen Text lesen und dazu den deutschen Text hören – oder umgekehrt.

Die Geschichten sind in 3 Lesestufen eingeteilt. In der gelben Stufe findet man einfachste Geschichten von 60 bis 150 Wörtern. Die blaue Stufe erweitert den Umfang auf 500 Wörter. Die grüne Stufe umfasst 500 bis 1200 Wörter. Die Lesestufen sind altersneutral und beziehen sich ausschliesslich auf die Lesefertigkeit des Kindes.
 
Die Texte sind alle sprachlich und grammatikalisch stark vereinfacht. Die Sätze sind kurz und beschränken sich meist auf die Gegenwartsform. Die Wortwahl orientiert sich am Grundwortschatz der Grundschule, so dass Kinder nicht unnötig durch schwierige Wörter am Verstehen gehindert werden.

Die Geschichten werden in allen Sprachen von muttersprachlichen Lesern vorgelesen. Das Lesetempo ist so langsam, dass Kinder den Text dazu mitlesen können. Die Mehrsprachigkeit ist auch ein Angebot an Eltern, mit ihren Kindern mitzulesen und sie zum Lesen in der eigenen Sprache anzuhalten.

 www.amira-pisakids.de >