Leseförderung innerhalb der Familie

06.06.2018 | Leseförderung | Vorlesen| Zielpublikum Kinder und Jugendliche

Gemäss einer deutschen Studie fängt die Mehrheit der Eltern zu spät mit dem Vorlesen an.

Die Stiftung Lesen führt jährlich gemeinsam mit der Zeitung «Die Zeit» und der «Deutsche Bahn Stiftung» Studien zum Vorleseverhalten in Deutschland durch.
 
Die Studie 2017 legte den Fokus auf Familien mit Kindern zwischen 3 Monaten und 3 Jahren und untersuchte unter anderem,
  • welche Bedeutung die Eltern dem Vorlesen zuschreiben
  • wie hoch der Anteil der Familien ist, in denen Kinder bereits früh regelmäßige Impulse durch Vorlesen erhalten
  • wie Eltern unterstützt und motiviert werden können, so früh wie möglich vorzulesen  
Die Umfrage ergab: Fast alle Eltern messen der Bildung ihrer Kinder eine grosse Bedeutung zu, und für die Mehrheit von ihnen ist die Lesekompetenz auch ein Erziehungsziel. Die Studie zeigt aber auch: Vor allem Kindern, die gerade lesen lernen, sowie den ganz Kleinen wird zum Teil gar nie vorgelesen. Fast jedem fünften Kind im Alter von 7-8 Jahren lesen die Eltern nie vor, obwohl gerade in den ersten beiden Schuljahren Vorlesen wichtig wäre. Und nur 45 Prozent der Eltern fangen innerhalb der ersten 12 Monate an, regelmässig vorzulesen – in 20 Prozent der Familien lesen die Eltern ihren Kindern in den ersten drei Jahren gar nie vor! In bildungsfernen Familien ist der Anteil der Eltern, die (noch) nicht vorlesen, erwartungsgemäss besonders hoch. Was die Anzahl Kinderbücher angeht, so sind auch diese in rund zwei Drittel der Familien Mangelware:  Laut der Umfrage stehen für 56% der Kinder maximal 10 Kinderbücher im Haushalt zur Verfügung, für 3% gar keine!
 
Die Resultate der Studie zeigen, wie wichtig Bibliotheken und Leseförderungsangebote wie z. B. «Buchstart» oder «Schenk mir eine Geschichte» sind, besonders für Kinder aus bildungsfernen Schichten und Kinder mit Migrationshintergrund. Denn gemäss der Studie steigt die Chance, dass Eltern früh vorlesen, wenn sie Zugang zu Kinderbüchern bzw. Leseempfehlungen erhalten oder Bücher geschenkt bekommen, und zwar auch in gebildeten Familien.
 
Die aktuelle Vorlesestudie sowie weitere Studien der Stiftung Lesen findet man auf der Website der Stiftung.
 
www.stiftunglesen.de >