Informationszugang

17.10.2019 | Leseförderung | Bibliothek und Bildung| Informationskompetenz| Medienkompetenz

Gemäss dem IFLA Trend-Report erweitern die neuen Technologien zwar den Informationszugang, gleichzeitig schränken sie ihn aber ein.

Die IFLA, der Internationale Verband der bibliothekarischen Verbände und Institutionen, der die Interessen der Bibliotheken und deren Nutzer vertritt, befasst sich auch mit Trends und Fakten, die unsere Informationsgesellschaft prägen und denen sich Informationsfachleute nicht entziehen können.
 
Im vergangenen Jahr bat die IFLA Fachleute sowie Akteurinnen und Akteure verschiedener Fachrichtungen (Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Bildung, Recht und Technik), die grossen Trends in unserem Informationsumfeld herauszuarbeiten.
 
Folgende Entwicklung ist für die Bibliotheken von grösstem Interesse:
In Anbetracht der Tatsache, dass die im Jahr 2011 neu entstandenen digitalen Inhalte mehrere Millionen Mal umfangreicher sind als die Inhalte aller jemals verfassten Bücher, werden Kenntnisse in der Nutzung digitaler Medien immer wertvoller, denn Menschen ohne diese Fertigkeiten werden von immer mehr Bereichen ausgeschlossen. Ein Umstand, dem die Bildungsinstitutionen Rechnung tragen müssen und vor allem auch den Bibliotheken neue Aufgabenfelder eröffnet.
 
Weitere interessante Feststellungen aus dem Bericht:
Dank der rasanten Verbreitung der Ressourcen für Online-Bildung werden die Lernmöglichkeiten zahlreicher, kostengünstiger und leichter zugänglich. Die Bedeutung der Erwachsenenbildung und die Anerkennung des nichtformalen und informellen Lernens werden weiter zunehmen. Das führt einerseits zu einer Demokratisierung der Bildung, birgt aber auch die Gefahr, dass etablierte Bildungsanbieter geschwächt werden, weil Inhalteanbieter erfolgreich mit populären neuen Konsumentenplattformen zusammenarbeiten.
 
In einer hyper-vernetzten Welt, in welcher der Informationszugang gleichbedeutend mit dem Zugang zu Gesundheit, Bildung und Beschäftigung ist – und damit zu sozialen, politischen und wirtschaftlichen Freiheiten, kann mangelhafte Lese- und Medienkompetenz das globale Ungleichgewicht verstärken. Des Weitern wird in gewissen Ländern das Internet als offene und international zugängliche Informationsquelle durch Regierungen bedroht, die die verstärkte Kontrolle ihrer eigenen Informationssysteme betreiben, was den „Flickenteppich“-Effekt noch verstärkt.
 
Zum IFLA Trend Report (pdf) >