Bibliotheken Baselland

19.02.2014 | Par Gabriela Hammel | Utilisation | Locaux et infrastructure | Bibliothek als Ort | Bibliothek und Schule

Kantonale Konzepte zur Stärkung der Bibliothek als Ort für öffentliche Bibliotheken und Schulbibliotheken

Par Gabriela Hammel
In Anbetracht der Tatsache, dass sich die Gesellschaft und (Medien) Welt stark verändert haben, beschlossen die Bibliotheken Baselland vor sieben Jahren, in ihrer Arbeit, drei Akzente zu setzen.

In der Absichtserklärung „Akzente “ werden auch Zielsetzungen für die Bibliothek als Ort formuliert:
   
Akzent 1

Die Bibliotheken Baselland treten profiliert im gesellschaftlichen und kulturellen Leben auf.

Die Bibliotheken Baselland sind Orte des Erlebens, des Rückzugs und des Wohlfühlens; Orte, wo Menschen ihre Freizeit verbringen, Informationen suchen, sich weiterbilden und zum Nachdenken angeregt werden; Orte, die neugierig machen und den Blick auf neue Themen öffnen. Sie sind einladend, inspirierend und motivierend.

Sie sind Knotenpunkte, spannen Brücken zwischen Generationen, Kulturen, Bevölkerungsgruppen und Individuen, verknüpfen Themen und Interessen; bringen zusammen, was im gesellschaftlichen und kulturellen Leben oftmals getrennt ist. Sie sind ein Forum, fördern den Dialog und schaffen Verständnis für andere.

Konsequenz zum Handeln

Die Bibliotheken Baselland inszenieren Wissen und machen es in Veranstaltungen innerhalb und ausserhalb des Bibliotheksgebäudes erlebbar.
Konkret:
  • Die Bibliotheken Baselland machen ihre Bibliotheksräume einladend.
  • Sie öffnen die Bibliothek für Veranstaltungen und verbinden mediales Angebot mit Erlebnis.
  • Sie wirken aktiv im öffentlichen Kulturleben mit.
  • Für ihre Anliegen suchen sie Partnerschaften und Allianzen.
Akzente.JPG
 
       Quelle: pdf „Akzente“ >

Ebenfalls im Jahr 2006 wies der PISA-Bericht für den Kanton Baselland einen Handlungsbedarf im Bereich Lesen aus. Man stellte sich daher die Frage, ob und in welcher Art die Schulbibliotheken zur Verbesserung der durchschnittlichen Lesekompetenz beitragen könnten. Da man der Meinung war, es reiche nicht aus, das bestehende Konzept zu optimieren, wurde beschlossen, neue Lösungen zu suchen. Das Resultat war das Konzept LeseZentrum. 
 
LeseZentren sollten die Lese-, Informations- und Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler fördern, ein Buch- und Medienangebot zur Verfügung stellen, das den Unterricht nachhaltig unterstützt und professionell betreut. Sie sollten aber auch
  • ein Raum- und Infrastrukturangebot zur Verfügung stellen, das Arbeiten in Gruppen und im Klassenverband ermöglicht
  • einen leicht zugänglichen und attraktiven Ort im Schulhaus schaffen, wo Schülerinnen und Schüler frei oder betreut lesen und arbeiten können, sich gerne aufhalten und sich entspannen können.
Gewünscht wurde ein flexibles und offenes Konzept, das sich als Pilotprojekt an einer Schule bewähren sollte.
 
Für die Realisierung des Pilotprojekts wurde die Sekundarschule Waldenburgertal in Oberdorf ausgesucht, ein regionales Schulzentrum mit weitläufigem Einzugsgebiet, wo nach einem Umbau für das LeseZentrum 25m2 zur Verfügung standen, an bester Lage, neben den Räumlichkeiten für den Mittagstisch.
 
Unterdessen liegt eine Evaluation des Pilotprojekts vor, die aufzeigt, wie sich das Konzept Lesezentrum in der Praxis bewährt hat und wo Anpassungen vorgenommen wurden. Daraus sollen allgemeingültige Standards abgeleitet werden, auf Grund derer, auch an anderen Sekundarschulen Lesezentren eingerichtet werden können.
 
Folgende Ausschnitte aus der Evaluation des Pilotprojekts zeigen, dass sich die Bemühungen gelohnt haben:
 
Ausleihen und Lesen
  • Im Lesezentrum werden dreimal mehr Bücher und Medien ausgeliehen als in den Bibliotheken der übrigen Sekundarschulen.
  • 75 Prozent aller Schülerinnen und Schüler nutzen das Lesezentrum (mindestens eine Ausleihe pro Jahr).
  • Der Anteil der Jungs, die Bücher oder Medien ausleihen, ist von 2010 bis 2012 von 37 auf 47 Prozent gestiegen. Den Grund dafür bringt ein Vierzehnjähriger stellvertretend für seine Alterskollegen auf den Punkt: «Der Computer und die coolen Bücher».
  • Die Lesebiographien zeigen, dass eine Verschiebung hin zu anspruchsvolleren Texten stattfindet und die Medienkompetenz im Durchschnitt steigt.
  • Die Lehrkräfte stellen fest, dass ihre Schülerinnen und Schüler insgesamt mehr lesen.
 Arbeiten und Treffpunkt
  • Täglich arbeiten zwei Klassen mit ihrer Lehrkraft im Lesezentrum.
  • Täglich arbeiten zwei Gruppen im Auftrag ihrer Lehrkraft im Lesezentrum.
  • Täglich besuchen 120 der insgesamt 500 Schülerinnen und Schüler ohne schulischen Auftrag das Lesezentrum.
  • 84 Prozent der Schülerinnen und Schüler besuchen das Lesezentrum nach eigener Einschätzung mindestens einmal pro Woche.
Und was ebenfalls für das neue Konzept spricht: Die Schülerinnen und Schüler finden das Lesezentrum einen "coolen" Treffpunkt!
 
Quellen:
Website der Bibliotheken Baselland >
Projektbeschrieb und Evaluation >
Projektflyer >


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