Kompetenzstelle für interkulturelle Bibliotheksaktivitäten

04.12.2018 | Von Therese Salzmann | Bestand | Verschiedenes | Angebote für anderssprachige Personen | Bibliothek und Migration | Interbiblio | Interkulturelle Bibliotheksarbeit | Partnerorganisationen

Interbiblio, die Dachorganisation der interkulturellen Bibliotheken der Schweiz stellt zahlreiche interessante Angebote zur Verfügung, von denen auch Nicht-Mitglieder profitieren können.

Von Therese Salzmann
Therese Salzmann war Primarlehrerin, bevor sie an der Universität Basel Slavistik, Osteuropäische Geschichte und Soziologie studierte. Nach dem Lizentiat und Engagements in verschiedenen Projekten und im Buchhandel war sie von 2006 bis 2015 Mitarbeiterin Leseförderung am Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM in Zürich. Seit Dezember 2015 leitet sie die Geschäftsstelle Interbiblio.
Interbiblio ist die Dachorganisation der interkulturellen Bibliotheken der Schweiz. Ihr sind Bibliotheken auf Vereinsbasis und öffentliche Bibliotheken angeschlossen, denen sie ein breites Angebot an Dienstleistungen zur Verfügung stellt.
 
 
 
Weniger bekannt ist die Tatsache, dass auch Nicht-Mitglieder von vielen interessanten Angeboten profitieren können.Nach wie vor erhält die Dachorganisation Unterstützung des Bundesamts für Kultur. Die Mitgliedsbibliotheken erhalten zwar keine Direktsubventionen mehr, profitieren aber von den Dienstleistungen von Interbiblio. Diese umfassen ein umfangreiches monatliches Rundschreiben mit Medien- und Veranstaltungstipps, Hinweisen auf Projekte und andere einschlägige Informationen; Austauschmöglichkeiten und einen jährlichen Weiterbildungstag, finanzielle Beiträge für den Besuch von Aus- und Weiterbildungen; Kollektivbestellungen von Medien in Sprachen, die schwieriger erhältlich sind (Tigrinya, Dari, Pashto, Farsi, Kurdisch), Lesereisen mit internationalen AutorInnen sowie individuelle Beratung.
 
Interbiblio betreibt darüber hinaus Öffentlichkeitsarbeit auf nationaler und internationaler Ebene und ist mit anderen gesamtschweizerischen Institutionen wie Bibliomedia, SIKJM und Bibliosuisse vernetzt.
 
Interbiblio funktioniert komplett Deutsch und Französisch; alle Anlässe werden zweisprachig organisiert und die Korrespondenz (inkl. Rundschreiben) erfolgt konsequent in beiden Sprachen. Bei Direktkontakten mit den Tessiner Kolleginnen ist Italienisch die Verkehrssprache.
 
Die Interbiblio-Webseite, eine Fundgrube für alle
Auf seiner Webseite macht Interbiblio die Aktivitäten der einzelnen Mitgliedsbibliotheken sichtbar und bietet verschiedene Hintergrundinformationen und Materialien an. Alle, auch kleinere Gemeinde- oder Schulbibliotheken, können fündig werden, wenn sie Ideen für Projekte, Medientipps oder Informationen zu einem bestimmten Bereich brauchen. Via Kontaktformular oder direkt per Mail beantwortet die Geschäftsstelle auch individuelle Fragen.
 
Interbiblio-Angebote, von denen alle profitieren können:
  • Bücher in gewünschten Sprachen ausleihen
    Die Sprachenlandschaft in der Schweiz ist sehr vielfältig geworden. Neben den grossen Migrationssprachen wie Spanisch, Portugiesisch oder Albanisch werden auch Bücher in Polnisch, Farsi, Russisch oder Tigrinya nachgefragt. Mehrere interkulturelle Bibliotheken verfügen über Bestände für Erwachsene und Kinder in Sprachen, die Bibliomedia nicht zur Verfügung stellt, und leihen sie auch an Externe aus. (Mehr Informationen >)  
Kürzlich angeschafft: «Drachenläufer» von Khaled Hosseini auf Dari und Roman des bekannten eritreischen Autors Meles Neguse
 
  • Projekte zum Nachahmen: für Familien, Schulklassen, Erwachsene
    In der Rubrik „Projekte“ sind unter Altersstufen jeweils ähnliche Aktivitäten der Mitgliedsbibliotheken gruppiert. Sie sind mit der Webseite der jeweiligen Bibliothek verlinkt, oder mittels Projektbeschrieb als pdf-Dokument zum Download verfügbar.
     
Beispiele:
  1. Geschichtenbaum der interkulturellen Bibliothek JUKIBU in Basel (pdf): Zwei- oder mehrsprachige Animationsanlässe für Kinder, Jugendliche und Familien mit ErzählerInnen aus über 20 verschiedenen Sprachregionen.
  2. Noch mehr Geschichten! Encore! Des histoires! der interkulturellen Bibliothek LivrEchange in Freiburg (pdf): Mehrsprachige Geschichtenstunden und Buchausleihe unter freiem Himmel.
  3. Klassenführungen in der interkulturellen Bibliothek Globlivres (pdf): Animationen rund um Sprachen und Schriften
  4. Meine Sprache. Mein Buch (pdf): Die interkulturelle Bibliothek Zentrum5 unterwegs in Schulen.
  5. Sprachcafés in der Stadtbibliothek Baden (pdf): Ein niederschwelliges Angebot, Deutsch zu üben.
  6. Sprachcafé Portugiesisch in der Kantonsbibliothek Frauenfeld (pdf), organisiert durch die Bibliothek der Kulturen: Zwei Brasilianerinnen bringen Neugierigen ihre Sprache und Kultur näher.
  7. Narrative kitchen in der interkulturellen Bibliothek Ricciogiramondo in Lugano (pdf): Eine Gruppe von Frauen trifft sich regelmässig, um Rezepte vorzustellen und Erinnerungen daran zu teilen.
  8. Bibliotheksangebote in Bundesasylzentren (pdf): Erfahrungen in fünf Zentren in der Deutschschweiz, der französischen Schweiz und im Tessin – Animationen und Aufbau von internen Bibliotheken. 
 
  • Tipps für Bücher, Links und Apps zum Deutsch lernen
    Meist lernt sich leichter Deutsch, wenn von der Herkunftssprache ausgegangen werden kann. Interbiblio hat eine Auswahl an zweisprachigen Materialien (22 Ausgangssprachen) zusammengestellt und bietet diese zum Download an. Auch elektronische Ressourcen (Websites, Apps) sind einbezogen. Des Weitern besteht die Möglichkeit, einen Flyer (pdf) mit den wichtigsten Apps zum Deutsch lernen herunterzuladen, der interessierten BibliotheksbenutzerInnen zur Verfügung gestellt werden kann: