PISA-Studie 2018

20.01.2020 | Leseförderung

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz macht Handlungsbedarf in den Bereichen Lesekompetenz, Frühförderung und Nutzung digitaler Technologien aus.

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) freut sich über die positiven Resultate, welche die 15-jährigen Schülerinnen und Schüler im PISA-Test 2018 in der Mathematik und den Naturwissenschaften erreichten, denn in diesen Fachbereichen liegt die Schweiz signifikant über dem OECD-Durchschnitt. Nicht zufrieden ist der Verband allerdings mit den lediglich durchschnittlichen Leistungen im Bezug auf das Lesen.

Der Fachbereich Lesen wurde 2018 nach 2000 und 2009 zum dritten Mal als Schwerpunkt umfassender getestet und wie bereits 2015 liegt die Schweiz bei der Lesekompetenz nur im Mittelfeld und mit 487 Punkten deutlich hinter Referenzländern wie Finnland (520) oder Deutschland (498). Hinzu kommt, dass von PISA 2015 zu PISA 2018 die Lesekompetenz in der Schweiz um 8 Punkte gesunken ist, was gemäss LCH eine Entwicklung anzeigt.

Rund ein Viertel (24 Prozent) der getesteten Schülerinnen und Schüler erreichten die Mindestkompetenz im Lesen nicht, was einer statistisch signifikanten Zunahme von 4 Prozentpunkten entspricht.

Gemäss LCH deuten die aktuellen PISA-Ergebnisse auf einen dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Sprachförderung von sozioökonomisch benachteiligten, fremdsprachigen Kindern hin. Da die Resultate mehrerer Länder, darunter Kanada, Estland, Australien und Irland, zeigen, dass bildungsferne Jugendliche mit ausreichender Förderung Lesefähigkeiten über dem OECD-Durchschnitt entwickeln können, fordert der Verband ausreichend Lektionen für Lehrpersonen, die das Fach  «Deutsch als Zweitsprache» (DaZ) unterrichten.

Grosses Gewicht misst der LCH der Frühförderung bei, denn diese spielt für die sprachliche Entwicklung von Kindern eine zentrale Rolle, die sich auf die Schulleistung überträgt. Er bemängelt, dass die Schweiz im Bereich Frühförderung einen deutlichen Rückstand hat und im internationalen Vergleich sehr wenig in diesen Bereich investiert. 

Da die Schweiz einen signifikant geringeren Einsatz von ICT (Informations- und Kommunikationstechnologie) als der OECD-Durchschnitt verzeichnet, sieht der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz auch hier Handlungsbedarf. Wichtig sei dabei, nicht mit einmaligen Sonderbudgets zu agieren, sondern fortlaufend in die Nutzung digitaler Technologien in den Schulen zu investieren. Weiterhin dürfe nicht die Anschaffung von Geräten im Mittelpunkt stehen, sondern die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen sowie die Erstellung innovativer Lehrmittel.

(Quelle: Medienmitteilung des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH vom 3. Dezember 2019)
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